Wir freuen uns, am 16. April 2026 im KoKi Hannover den wichtigsten Dokumentarfilm über den Völkermord an den deutschen Sinti und den langen Kampf um die Anerkennung präsentieren zu können:
Am 2. August 2021 erhält Romani Rose, der Vorsitzende des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma, in der Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau die Auszeichnung „Licht der Erinnerung“. Er wird damit geehrt für sein jahrzehntelanges Engagement im Kampf um die Erinnerung und die Anerkennung des Porajmos, des Völkermords an den europäischen Sinti und Roma durch die Nationalsozialisten. Dieser Genozid wurde in Deutschland nicht nur über viele Jahre totgeschwiegen. Vielmehr waren Überlebende und Nachkommen erneut staatlichen Schikanen ausgeliefert, erfuhren auch in den Jahrzehnten nach 1945 Ausgrenzung, wurden Opfer eines tiefgreifenden Rassismus. Auch dagegen richteten sich Romani Rose und 
seiner Mitstreiter:innen. Ausgehend von der Lebens- und Familiengeschichte Roses schildert der Dokumentarfilm wichtige Etappen dieser Auseinandersetzung, verbindet umfangreiches dokumentarisches Archivmaterial – darunter Aussagen von Opfern und Auszüge aus gesellschaftlichen Debatten – mit zeitgenössischen Interviews mit Romani Rose und anderen Protagonist:innen der Bürgerrechtsbewegung, aber auch mit Historiker:innen, und erzählt auf eindringliche Weise vom Leid der Sinti und Roma vor und nach 1945. Er vermittelt dabei, wie die Gesellschaft, der Staat mit Legislative, Exekutive und Judikative sowie die Kirche in personeller, struktureller und ideologischer Hinsicht über Jahrzehnte hinweg Anteil an einer Fortführung der Diffamierung, Ausgrenzung und Entrechtung hatten.
Die Notwendigkeit, das Leid der Sinti und Roma vor und nach 1945 endlich in umfassender und angemessener Weise zu erzählen, ergibt sich nicht nur aus dem unfassbaren und schrecklichen Geschehen selbst, sondern auch aus dem erstaunlichen und nur schwer zu begreifenden Umstand heraus, dass dies bisher noch nicht geschehen ist. Schon allein damit leistet der Film einen wichtigen und instruktiven Beitrag zur Chronik bundesdeutscher Geschichte, füllt eine nicht zu akzeptierende Leerstelle und trägt zu aktuellen geschichtswissenschaftlichen Debatten bei.(Aus der Begründung der Jury für den Grimme-Preis 2023)
Gedenken an Lebenswege und Leidenswege
Mit der Gedenkveranstaltung am 1. März um 14.00 Uhr im Künstlerhaus wollen wir mit Erlebnisberichten Überlebender und musikalischer Begleitung an die Schicksale der Sinti aus Niedersachsen und Hannover erinnern, die im März 1943 in das Vernichtungslager Auschwitz deportiert wurden.
Es berichten Nachkommen über die Schicksale ihrer Familien in den Vernichtungslagern und Erfahrungen der Überlebenden nach Ende des 2. Weltkrieges in einem sie weiter diskriminierenden Deutschland. Im Mittelpunkt des Programms stehen zwei Lebenswege, die sich in Auschwitz kreuzten: ein 8-jähriges Sinti-Mädchen aus Hamburg überlebte dank der Fürsorge einer 20-jährigen Sinteza aus Hannover.
Das Programm wird musikalisch begleitet von dem New Weißemble, Musikern der Familie Weiß aus Hameln
In Hannover lebten um 1933 über 100 Sinti insbesondere in der Altstadt am Hohen Ufer oder in der Bockstrasse und im Tiefental.
Viele Sinti lebten weiter auf Stellplätzen in Hannover. Der größte in Hainholz an der Schulenburger Landstraße wurde „Zigeunerdorf“ genannt.
1938 wurde im Altwarmbüchener Moor ein Sammellager durch die Stadt eingerichtet, in das anfangs nur die Sinti zwangseingewiesen wurden, die zuvor auf Stellplätzen gelebt hatten. 
Ab 1942 wurden auch Sinti, die in Mietwohnungen lebten, in das Sammellager zwangsweise eingewiesen, wo sie in alten Eisenbahnwaggons hausen mussten.
In der Nacht zum 1. März 1943 wurde das „Sammellager“ im Altwarmbüchener Moor von der Polizei umstellt und die dort lebenden Sintifamilien
im Scheinwerferlicht der Lastwagen zum Abtransport zusammengetrieben. Gleichzeitig fanden am 1. März 1943 in der Stadt Hannover weitere Verhaftungen statt.
Die Festgenommen wurden vom Bahnhof Fischerhof im Stadtteil Linden am nächsten Tag über Braunschweig-Veltenhof nach Auschwitz deportiert.
Von Veltenhof wurden mindestens weitere 250 Männer, Frauen und Kinder aus Braunschweig und Umgebnung zur Vernichtung nach Auschwitz abtransportiert.
In allen Teilen des Landes wurden Sinti und Roma gesucht, verhaftet und deportiert.
Den verhafteten Sinti und Roma wurde gesagt, dass sie nach Polen gebracht werden, wo sie ein Haus, Land und Vieh bekämen, um sich selbst ernähren zu können.
Den Kripobeamten, die für die Verhaftungen und die Deportation der Sinti verantwortlich waren, war das eigentliche Ziel Auschwitz bekannt.
Anmeldung unter
In unserer Filmreihe über die Geschichte und Schicksale der Sinti und Roma freuen wir uns mit "Gipsy Queen" einen international mehrfach ausgezeichneten Film mit einer bewegenden Geschichte päsentieren zu können.
Ali ist eine mutige alleinerziehende Roma Mutter, voll Stolz, geleitet von tiefliegender Tradition und im wahrsten Sinne des Wortes eine Kämpferin. Sie lebt mit ihren beiden Kindern Esmeralda und Mateo in Hamburg. Nachdem sie ihren Job als Zimmermädchen verloren hat, heuert sie in der stadtbekannten Kiezkneipe „Ritze“ an. Dort wird tagsüber im Keller geboxt. Alis Vater, der selbst ein leidenschaftlicher Boxer war, trainierte Ali von Kindesbeinen an. Sie sollte Weltmeisterin werden und sich selbst aus dem Elend in Rumänien befreien. Doch nachdem Ali in jungen Jahren mit ihrem Freund durchgebrannt war, verstieß sie ihr Vater. Als eines Tages ihre beiden Kinder ausreißen scheint Ali alles zu verlieren.
»Gipsy Queen« ist als Sozialdrama ganz um seine Hauptfigur herumgebaut, und das ist auch plausibel, denn das Leben von Ali verdient alle Aufmerksamkeit, und die Roma-Aktivistin Alina Șerban ist ein Ereignis in der Hauptrolle. Alis sprechender Blick ist es, der den Zuschauern eine ganz eigene Sicht auf prekäre Arbeitsverhältnisse und das Rotlichtmilieu vermittelt. Es ist der Blick einer Migrantin, die sich in einem fremden Land am untersten Ende der Hierarchie wiederfindet.
Ein Film, den Sie nicht verpassen sollten. Im Anschluss besteht die Gelegenheit zum Austausch und zur Diskussion. Der Eintritt ist frei, wir freuen uns stattdessen über eine Spende für das Projekt Sinti und Holocaust Mahnmal.
Zur besseren Planung freuen wir uns ebenso über Ihre Anmeldung bis zum 5. Dezember unter