Wege in die Vernichtung - Gedenkveranstaltung zur Deportation der Sinti aus Hannover und Niedersachsen im März 1943
Gedenken an Lebenswege und Leidenswege
Mit der Gedenkveranstaltung am 1. März um 14.00 Uhr im Künstlerhaus wollen wir mit Erlebnisberichten Überlebender und musikalischer Begleitung an die Schicksale der Sinti aus Niedersachsen und Hannover erinnern, die im März 1943 in das Vernichtungslager Auschwitz deportiert wurden.
Es berichten Nachkommen über die Schicksale ihrer Familien in den Vernichtungslagern und Erfahrungen der Überlebenden nach Ende des 2. Weltkrieges in einem sie weiter diskriminierenden Deutschland. Im Mittelpunkt des Programms stehen zwei Lebenswege, die sich in Auschwitz kreuzten: ein 8-jähriges Sinti-Mädchen aus Hamburg überlebte dank der Fürsorge einer 20-jährigen Sinteza aus Hannover.
Das Programm wird musikalisch begleitet von dem New Weißemble, Musikern der Familie Weiß aus Hameln
In Hannover lebten um 1933 über 100 Sinti insbesondere in der Altstadt am Hohen Ufer oder in der Bockstrasse und im Tiefental.
Viele Sinti lebten weiter auf Stellplätzen in Hannover. Der größte in Hainholz an der Schulenburger Landstraße wurde „Zigeunerdorf“ genannt.
1938 wurde im Altwarmbüchener Moor ein Sammellager durch die Stadt eingerichtet, in das anfangs nur die Sinti zwangseingewiesen wurden, die zuvor auf Stellplätzen gelebt hatten. 
Ab 1942 wurden auch Sinti, die in Mietwohnungen lebten, in das Sammellager zwangsweise eingewiesen, wo sie in alten Eisenbahnwaggons hausen mussten.
In der Nacht zum 1. März 1943 wurde das „Sammellager“ im Altwarmbüchener Moor von der Polizei umstellt und die dort lebenden Sintifamilien
im Scheinwerferlicht der Lastwagen zum Abtransport zusammengetrieben. Gleichzeitig fanden am 1. März 1943 in der Stadt Hannover weitere Verhaftungen statt.
Die Festgenommen wurden vom Bahnhof Fischerhof im Stadtteil Linden am nächsten Tag über Braunschweig-Veltenhof nach Auschwitz deportiert.
Von Veltenhof wurden mindestens weitere 250 Männer, Frauen und Kinder aus Braunschweig und Umgebnung zur Vernichtung nach Auschwitz abtransportiert.
In allen Teilen des Landes wurden Sinti und Roma gesucht, verhaftet und deportiert.
Den verhafteten Sinti und Roma wurde gesagt, dass sie nach Polen gebracht werden, wo sie ein Haus, Land und Vieh bekämen, um sich selbst ernähren zu können.
Den Kripobeamten, die für die Verhaftungen und die Deportation der Sinti verantwortlich waren, war das eigentliche Ziel Auschwitz bekannt.
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