Hannover, 19.5.2026 – Zum Gestaltungswettbewerb für das Sinti und Roma Holocaust-Mahnmal wurden jetzt fünf Künstler*innen aus europäischen Nachbarländern eingeladen. Sie sind aufgefordert, bis Ende Oktober einen Entwurf für einen einzigartigen Erinnerungsort im Herzen von Hannover einzureichen. Erstmals soll dort am Opernplatz mit zwei Mahnmalen eine sichtbare Verbindung zwischen zwei Völkermorden entstehen: dem Holocaust an der jüdischen Bevölkerung Hannovers und dem Holocaust an den Sinti und Roma aus Hannover und Niedersachsen.
Ausgewählt wurden renommierte Künstler*innen, die bereits erfolgreich auf großen internationalen Ausstellungen vertreten waren, eine besondere Beziehung zur Kultur der Sinti und Roma haben und bereits Mahnmale gestaltet haben. „Das Mahnmal des Italieners Pistoletto hat eine internationale und herausragende Stellung, deshalb ist die Gestaltung des neuen Mahnmals eine Herausforderung, die dem entsprechen soll,“ erläutert Michael Buckup, Vorsitzender des Fördervereins. Als Förderverein in Zusammenarbeit mit der Landeshauptstadt, der Region Hannover und dem Ministerium für Wissenschaft und Kultur sei es möglich, gezielt und in einem geschlossenen Verfahren Künstler*innen einzuladen, das verkürze die Dauer des Wettbewerbs erheblich, so der Vorsitzende.
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Herzlich willkommen auf der Homepage der Initiative und des Fördervereins Sinti und Roma Holocaust-Mahnmal Hannover. Wir rufen dazu auf, im Herzen Hannovers und in Sichtachse zum jüdischen Holocaust-Mahnmal ein Mahnmal zum Gedenken an die in der NS-Diktatur ermordeten deutschen Sinti und Roma aus Hannover und Niedersachsen zu errichten. Mit diesem Mahnmal wird an diesen NS-Völkermord auch in Hannover sichtbar erinnert. Es soll auch ein wichtiger Beitrag sein zur Erinnerungskultur und gegen das Verdrängen und Vergessen, damit auch ein Zeichen gegen weiterbestehende Diskriminierung dieser nationalen Minderheit.
Die Initiative hat zunächst mit der Erklärung"Niemals Vergessen!" die Unterstützung von Erstunterzeichnerinnen und Erstunterzeichnern aus Politik, Konfessionen, Verbänden und dem öffentlichen Leben eingeholt. Zusammen mit der Landeshauptstadt Hannover und der Region sollen die weiteren Schritte auf dem Weg zur Errichtung des Mahnmals abgestimmt und die erforderlichen Mittel auch durch Spenden, Benefizaktionen und Zuwendungen von Stiftungen und Unternehmen aktiviert werden. Der Förderverein bietet darüber hinaus die Möglichkeit, als aktives oder passives Mitglied an der Realisierung des Mahnmals mitzuwirken oder für weitere Spenden zu werben.
Sind erste formale und planerische Voraussetzungen für das Mahnmal absolviert, soll über einen Wettbewerb ein Konzept und ein Entwurf ausgewählt werden. Dieser soll den Bezug zum jüdischen Hololcaust-Mahnmal berücksichtigen, also auch das von der NS-Diktatur geplante gemeinsame Schicksal, nämlich die vollständige Vernichtung. Es soll aber auch ein Erinnerungsort für die Überlebenden-Generation der deutschen Sinti und Roma sein und Mahnung an alle nachfolgenden Generationen, dass die Wüde aller Menschen unantastbar ist.
Sind Sie an einer Mitgliedschaft oder Unterstützung interessiert, wenden Sie sich auch gern an uns.
Wir freuen uns, am 16. April 2026 im KoKi Hannover den wichtigsten Dokumentarfilm über den Völkermord an den deutschen Sinti und den langen Kampf um die Anerkennung präsentieren zu können:
Am 2. August 2021 erhält Romani Rose, der Vorsitzende des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma, in der Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau die Auszeichnung „Licht der Erinnerung“. Er wird damit geehrt für sein jahrzehntelanges Engagement im Kampf um die Erinnerung und die Anerkennung des Porajmos, des Völkermords an den europäischen Sinti und Roma durch die Nationalsozialisten. Dieser Genozid wurde in Deutschland nicht nur über viele Jahre totgeschwiegen. Vielmehr waren Überlebende und Nachkommen erneut staatlichen Schikanen ausgeliefert, erfuhren auch in den Jahrzehnten nach 1945 Ausgrenzung, wurden Opfer eines tiefgreifenden Rassismus. Auch dagegen richteten sich Romani Rose und 
seiner Mitstreiter:innen. Ausgehend von der Lebens- und Familiengeschichte Roses schildert der Dokumentarfilm wichtige Etappen dieser Auseinandersetzung, verbindet umfangreiches dokumentarisches Archivmaterial – darunter Aussagen von Opfern und Auszüge aus gesellschaftlichen Debatten – mit zeitgenössischen Interviews mit Romani Rose und anderen Protagonist:innen der Bürgerrechtsbewegung, aber auch mit Historiker:innen, und erzählt auf eindringliche Weise vom Leid der Sinti und Roma vor und nach 1945. Er vermittelt dabei, wie die Gesellschaft, der Staat mit Legislative, Exekutive und Judikative sowie die Kirche in personeller, struktureller und ideologischer Hinsicht über Jahrzehnte hinweg Anteil an einer Fortführung der Diffamierung, Ausgrenzung und Entrechtung hatten.
Die Notwendigkeit, das Leid der Sinti und Roma vor und nach 1945 endlich in umfassender und angemessener Weise zu erzählen, ergibt sich nicht nur aus dem unfassbaren und schrecklichen Geschehen selbst, sondern auch aus dem erstaunlichen und nur schwer zu begreifenden Umstand heraus, dass dies bisher noch nicht geschehen ist. Schon allein damit leistet der Film einen wichtigen und instruktiven Beitrag zur Chronik bundesdeutscher Geschichte, füllt eine nicht zu akzeptierende Leerstelle und trägt zu aktuellen geschichtswissenschaftlichen Debatten bei.(Aus der Begründung der Jury für den Grimme-Preis 2023)
In unserer Filmreihe über die Geschichte und Schicksale der Sinti und Roma freuen wir uns mit "Gipsy Queen" einen international mehrfach ausgezeichneten Film mit einer bewegenden Geschichte päsentieren zu können.
Ali ist eine mutige alleinerziehende Roma Mutter, voll Stolz, geleitet von tiefliegender Tradition und im wahrsten Sinne des Wortes eine Kämpferin. Sie lebt mit ihren beiden Kindern Esmeralda und Mateo in Hamburg. Nachdem sie ihren Job als Zimmermädchen verloren hat, heuert sie in der stadtbekannten Kiezkneipe „Ritze“ an. Dort wird tagsüber im Keller geboxt. Alis Vater, der selbst ein leidenschaftlicher Boxer war, trainierte Ali von Kindesbeinen an. Sie sollte Weltmeisterin werden und sich selbst aus dem Elend in Rumänien befreien. Doch nachdem Ali in jungen Jahren mit ihrem Freund durchgebrannt war, verstieß sie ihr Vater. Als eines Tages ihre beiden Kinder ausreißen scheint Ali alles zu verlieren.
»Gipsy Queen« ist als Sozialdrama ganz um seine Hauptfigur herumgebaut, und das ist auch plausibel, denn das Leben von Ali verdient alle Aufmerksamkeit, und die Roma-Aktivistin Alina Șerban ist ein Ereignis in der Hauptrolle. Alis sprechender Blick ist es, der den Zuschauern eine ganz eigene Sicht auf prekäre Arbeitsverhältnisse und das Rotlichtmilieu vermittelt. Es ist der Blick einer Migrantin, die sich in einem fremden Land am untersten Ende der Hierarchie wiederfindet.
Ein Film, den Sie nicht verpassen sollten. Im Anschluss besteht die Gelegenheit zum Austausch und zur Diskussion. Der Eintritt ist frei, wir freuen uns stattdessen über eine Spende für das Projekt Sinti und Holocaust Mahnmal.
Zur besseren Planung freuen wir uns ebenso über Ihre Anmeldung bis zum 5. Dezember unter