Aktuelles
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Grußwort Oswald Marschall
Meine Damen und Herren,
leider kann ich heute trotz der Einladung nicht persönlich an dieser Pressekonferenz teilnehmen.
Dennoch ist es mir wichtig, einige Worte zu diesem bedeutenden Vorhaben zu sagen.
Die Errichtung eines Mahnmals für die im Nationalsozialismus ermordeten Sinti und Roma ist längst überfällig.
Über viele Jahrzehnte blieb das Leid unserer Menschen am Rand der öffentlichen Erinnerung.
Umso wichtiger ist es, dass nun auch in Hannover ein sichtbares Zeichen des Gedenkens und der historischen Verantwortung entstehen soll.
Mein besonderer Dank gilt dabei Regardo Rose, von dem die Initiative für dieses Mahnmal ausgegangen ist.
Er hat dieses Anliegen mit Beharrlichkeit, Würde und großem persönlichem Einsatz vorangebracht.
Auch an den Sinti Verein Ostfriesland in Leer unter der Leitung von Michael Wagner und den Verein Sinti und Roma Mittelweser e.V. unter der Leitung Christian Classen möchte ich meinen Dank aussprechen.
Sie beide haben von Anfang das unterfangen begleitet.
Danke auch an Michael Buckup, der dieses Vorhaben von Anfang an unterstützt und begleitet hat.
Durch sein Engagement konnte sich ein Förderverein bilden, der sich mit Nachdruck für die Verwirklichung dieses Erinnerungsortes einsetzt.
Michael Buckup ist Vorsitzender des Fördervereins „Sinti und Roma Holocaust Mahnmal Hannover e.V.
Auch dem Förderverein selbst gilt meine Anerkennung.
Der Förderverein trägt entscheidend dazu bei, dass dieses Denkmal von einer breiten gesellschaftlichen Unterstützung getragen wird .
Vor zwei Jahren wurde auch der Zentralrat Deutscher Sinti und Roma sowie das Dokumentations-und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma in Heidelberg von den Sinti Verein in Hannover um Unterstützung gebeten.
Seit dieser Zeit begleite ich dieses wichtige Vorhaben als stellvertretender Vorsitzender des Dokumentations- und Kulturzentrums in enger Verbundenheit mit den Vorsitzenden des Zentralrats deutscher Sinti und Roma Romani Rose.
Gestaltungswettbewerb Sinti und Roma Holocaust-Mahnmal mit international renommierten Teilnehmenden
Hannover, 19.5.2026 – Zum Gestaltungswettbewerb für das Sinti und Roma Holocaust-Mahnmal wurden jetzt fünf Künstler*innen aus europäischen Nachbarländern eingeladen. Sie sind aufgefordert, bis Ende Oktober einen Entwurf für einen einzigartigen Erinnerungsort im Herzen von Hannover einzureichen. Erstmals soll dort am Opernplatz mit zwei Mahnmalen eine sichtbare Verbindung zwischen zwei Völkermorden entstehen: dem Holocaust an der jüdischen Bevölkerung Hannovers und dem Holocaust an den Sinti und Roma aus Hannover und Niedersachsen.
Ausgewählt wurden renommierte Künstler*innen, die bereits erfolgreich auf großen internationalen Ausstellungen vertreten waren, eine besondere Beziehung zur Kultur der Sinti und Roma haben und bereits Mahnmale gestaltet haben. „Das Mahnmal des Italieners Pistoletto hat eine internationale und herausragende Stellung, deshalb ist die Gestaltung des neuen Mahnmals eine Herausforderung, die dem entsprechen soll,“ erläutert Michael Buckup, Vorsitzender des Fördervereins. Als Förderverein in Zusammenarbeit mit der Landeshauptstadt, der Region Hannover und dem Ministerium für Wissenschaft und Kultur sei es möglich, gezielt und in einem geschlossenen Verfahren Künstler*innen einzuladen, das verkürze die Dauer des Wettbewerbs erheblich, so der Vorsitzende.
Filmmatinee Requiem für Auschwitz
Kann Musik das Unsagbare wiedergeben? Das "Requiem für Auschwitz"ist eine bewegende Antwort.
Wir laden ein zur Vorführung des Dokumentarfilms »Requiem for Auschwitz« (Regie: Bob Entrop) am Sonntag, dem 9. November 2025, dem 87. Jahrestag der Reichspogromnacht. Mit den vom NS—Regime gelenkten Ausschreitungen begann nach der Diskriminierung aus rassischen Gründen die systematische Verfolgung und Unterdrückung der jüdischen Bevölkerung. Zehntausende wurden in den Folgetagen in Konzentrationslager deportiert.
Auch gegen die deutschen Sinti und Roma richtete sich seit 1933 mit der Einordnung als minderwertige Rasse die systematische Verfolgung. 1938 wurden die Sinti, die in Hannover in Mietwohnungen und auf Stellplätzen lebten, zwangsweise in das Sammellager Altwarmbüchener Moor umgesiedelt, die letzte Station vor der Deportation nach Auschwitz.
Der Film "Requiem für Auswitz" beleuchtet die Entstehungsgeschichte des gleichnamigen musikalischen Werks des niederländischen Sinto-Komponisten Roger Moreno-Rathgeb. Er ist eine eindringliche künstlerische Auseinandersetzung mit dem Holocaust aus der Perspektive der Sinti und Roma.
1998 begann Roger Moreno-Rathgeb mit seiner ersten Komposition für das Requiem, das er den Opfern von Auschwitz w
idmen wollte. Nach einem Besuch des Lagers kam er jedoch nicht mehr weiter. Es dauerte mehrere Jahre, bis er wieder damit anfangen konnte.
Im Jahr 2020, ist Roger in Berlin unter dem Brandenburger Tor zu sehen, dem Ort, an dem alles begann. Er spielt sein Akkordeon am Denkmal für die Sinti und Roma. Während der Proben und später bei der Aufführung mit der Sinti und Roma Philharmonie und einem jüdischen Chor im Berliner Dom am Holocaust-Gedenktag erlebt Roger, wie seine Noten und Emotionen in Musik verwandelt werden. Bei einem Besuch in Auschwitz mit einigen niederländischen Musikern zeigt er ihnen die Orte, die ihn zu bestimmten Passagen des Requiems inspiriert haben. Rogers Geschichte wird mit einer zweiten Handlung verwoben und illustriert, in der Enkelkinder mehrerer Protagonisten aus „A Blue Hole In The Sky“ mit Geschichten über ihren Großvater oder ihre Großmutter konfrontiert werden.
Matinee am 9.November um 11 Uhr im KoKi im Künstlerhaus Hannover, Sophienstrasse 2. Eintritt frei! Um eine Spende für das Projekt Sinti und Roma Holcaust-Mahnmal wird gebeten. Anmeldung unter
Biografie Wanda Pranden wird vorgestellt
Oft werden die Erlebnisse der Holocaust-Opfer und Überlebenden nur innerhalb der Sintifamilien weitergegeben. Dabei ist es umso wichtiger, das Grauen und die Erinnerungen an die Schicksale in den Konzentrations- und Vernichtungslager nicht in Vergessenheit geraten zu lassen, sondern teilen zu können. Gerade die Schilderungen von Deportation, dem allgegenwärtigen Tod und dem Kampf ums Überleben müssen für die Nachwelt und die Mehrheitsgesellschaft erfahrbar sein. Wanda Pranden, geborene Fischer war eines der 12 Kinder von Henny und Albert Fischer, die in der Röslerstrasse in Hannover lebten und am 2. März 1943 nach Auschwitz deportiert wurden. Acht Geschwister und die Mutter wurden in Auschwitz ermordet.
Das ZeitZentrum Zivilcourage stellt am 13. August um 18 Uhr ihre Biografie vor.
Mehr Vorbilder - mehr Akzeptanz für Sinti-Sportlerinnen und Sportler!
Viele we
itere Sportlerinnen und Sportler haben noch immer nicht den Mut, sich als Sinti zu bekennen. Immer noch müssen sie befürchten, diskriminiert, auf dem Spielfeld geschmäht zu werden oder auch bei Ausscheidungen für internationale Wettbewerbe aus fadenscheinigen Gründen nicht berücksichtig zu werden. Neben dem Boxer Rukeli
Trollmann wurden in der Ausstellung Sportler vorgestellt, die trotz internationaler Karriere zumeist wieder vergessen sind oder die wegen ihrer Zugehörigkeit zu den Sinti und Roma nicht den erhofften Erfohg hatten. Zur Ausstellungseröffnung stellte Oswald Marschall die Probleme und subtilen Diskriminierungen dar, denen er in seiner Boxer-Karriere ausgesetzt war und die mit ein Anstoß war, die Ausstellung zusammen mit Andrzej Bojarski zu realisieren. Bürgermeister Thomas Hermann und der Antisemitismusbeauftragte Dr. Gerhard Wegner hielten die Eröffnungsansprachen.
- Gibsy - Rukeli Trollmanns Kampf ums Leben
- Ausstellung Neue Vorbilder statt alter Vorurteile-Die vergessenen Sinti* und Roma*Sportler in der Bundesrepublik Deutschland
- Wege in die Vernichtung - Matinee zur Deportation der Sinti aus Hannover im März 1943
- Matinee anlässlich der Deportation der Sinti aus Hannover 1943