Grußwort Oswald Marschall

Zur Vorstellung des Gestaltungswettbewerbs am 19. Mai 2026 sendete der Zentralrat der deutschen Sinti und Roma und der stellvertretende  Vorsitzende des Dokumentaions- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma, Oswald Marschall das folgende Grußwort: 

Meine Damen und Herren,

leider kann ich heute trotz der Einladung nicht persönlich an dieser Pressekonferenz teilnehmen.
Dennoch ist es mir wichtig, einige Worte zu diesem bedeutenden Vorhaben zu sagen.
Die Errichtung eines Mahnmals für die im Nationalsozialismus ermordeten Sinti und Roma ist längst überfällig.
Über viele Jahrzehnte blieb das Leid unserer Menschen am Rand der öffentlichen Erinnerung.
Umso wichtiger ist es, dass nun auch in Hannover ein sichtbares Zeichen des Gedenkens und der historischen Verantwortung entstehen soll.
Mein besonderer Dank gilt dabei Regardo Rose, von dem die Initiative für dieses Mahnmal ausgegangen ist.
Er hat dieses Anliegen mit Beharrlichkeit, Würde und großem persönlichem Einsatz vorangebracht.

Auch an den Sinti Verein Ostfriesland in Leer unter der Leitung von Michael Wagner und den Verein Sinti und Roma Mittelweser e.V. unter der Leitung Christian Classen möchte ich meinen Dank aussprechen.
Sie beide haben von Anfang das unterfangen begleitet.

Danke auch an Michael Buckup, der dieses Vorhaben von Anfang an unterstützt und begleitet hat.
Durch sein Engagement konnte sich ein Förderverein bilden, der sich mit Nachdruck für die Verwirklichung dieses Erinnerungsortes einsetzt.
Michael Buckup ist Vorsitzender des Fördervereins „Sinti und Roma Holocaust Mahnmal Hannover e.V.
Auch dem Förderverein selbst gilt meine Anerkennung.
Der Förderverein trägt entscheidend dazu bei, dass dieses Denkmal von einer breiten gesellschaftlichen Unterstützung getragen wird .

Vor zwei Jahren wurde auch der Zentralrat Deutscher Sinti und Roma sowie das Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma in Heidelberg von den Sinti Verein in Hannover um Unterstützung gebeten.
Seit dieser Zeit begleite ich dieses wichtige Vorhaben als stellvertretender Vorsitzender des Dokumentations- und Kulturzentrums in enger Verbundenheit mit den Vorsitzenden des Zentralrats deutscher Sinti und Roma Romani Rose.

Für mich war von Anfang an klar, dass dieses Mahnmal ein notwendiger und wichtiger Schritt für die Erinnerungskultur in Hannover ist.

Ich begrüße ausdrücklich, dass die Landeshauptstadt Hannover dieses Vorhaben unterstützt und sich offen mit der Geschichte auseinandersetzt. Vielen Dank ebenso der Region Hannover für ihre Unterstützung.
Ein Mahnmal für die ermordeten Sinti und Roma ist nicht nur ein Zeichen des Erinnerns, sondern auch ein Zeichen dafür, Verantwortung sichtbar anzunehmen.
Gerade deshalb hat dieses Vorhaben Bedeutung weit über Hannover hinaus.
Es kann auch anderen Städten in Deutschland zeigen, dass die Erinnerung an die Opfer des nationalsozialistischen Völkermordes an den Sinti und Roma ihren festen Platz im öffentlichen Raum haben muss.
Mein besonderer Dank gilt außerdem dem Präsidenten des Landesverbandes der Jüdischen Gemeinden von Niedersachsen, Rechtsanwalt Michael Fürst, der sich öffentlich für dieses Mahnmal ausgesprochen hat.
Diese Unterstützung besitzt gerade in der heutigen Zeit großes Gewicht.
Ich hoffe sehr, dass dieses wichtige Vorhaben die notwendige Unterstützung in allen zuständigen Gremien finden wird.

Oswald Marschall
Stellvertretender Vorsitzender
des Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma In Heidelberg
18.05.2026

Dokumentationszentrum